Stadtmuseum Baunatal

Seit dem 30. Mai 1999 steht der Öffentlichkeit im alten Ortskern von Altenritte ein Stadtmuseum zur Verfügung, hier können die Besucherinnen und Besucher Einblicke in die Geschichte des Baunatals im 20. Jahrhundert gewinnen.
Die Schwerpunkte der Ausstellung liegen bei der Industrialisierung der Region und der Entwicklung der Stadt Baunatal.
Mit Fotos, Archivmaterialien, Objekten und Filmsequenzen werden die Arbeits- und Alltagswelt der Dörfer sowie die Entwicklung der späteren Stadt Baunatal veranschaulicht.
Das Museum befindet sich in einem im Jahr 1825 erbauten ehemaligen Wohnhaus mit daran angebautem Wirtschaftsgebäude. Der Gang durch die Ausstellung beginnt mit den ersten Eisenbahnen, die in der Mitte des 19. Jahrhunderts die Baunertaler Region erschlossen. Der Bahnhof Guntershausen wurde in dieser Zeit eine wichtige Umsteigestation. Heute steht das Gebäude unter Denkmalschutz. Seit 1903 erweiterte die Kleinbahn Kassel-Naumburg das Eisenbahnnetz im Baunatal. Sie hatte Auswirkungen auf den Pendler- und den Güterverkehr.
Die Dörfer des Baunatals waren im frühen 20. Jahrhundert noch von der Landwirtschaft geprägt. Zu den wenigen industriellen Betrieben in der Region gehörten der Basaltsteinbruch am Burgberg und ein kleinerer Quarzitsteinbruch.
Ein größerer Industriebetrieb entstand in der Zeit des Nationalsozialismus. Im Lohwald bei Altenbauna wurde seit 1936 ein Werk der Henschel Flugmotorenbau GmbH errichtet. In diesem Rüstungsbetrieb stellte man in Lizenz Daimler Benz Flugmotoren für die deutsche Luftwaffe her.
Die Darstellung dieses Werks wird im Museum begleitet von einer Dokumentation des nationalsozialistisch geprägten Dorfalltags. Ein eigener Abschnitt ist den Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen gewidmet, die seit 1939 in der Landwirtschaft und in örtlichen Industriebetrieben zum Einsatz kamen.
Nach Kriegsende hatte die Region mit Flüchtlingsproblemen, Wohnungsnot, Nahrungsmittelknappheit und Arbeitslosigkeit zu kämpfen. Die wirtschaftliche Situation verbesserte sich entscheidend erst seit dem Kauf des ehemaligen Henschel - Flugmotorenwerk durch die Firma Volkswagen im Oktober 1957.
Innerhalb weniger Jahre entstand bei Altenbauna ein VW-Zweigwerk, das sich zum größten Wirtschaftsbetrieb Nordhessens entwickelte. In diesem Zusammenhang wird im Museum auch auf das Wirtschaftswunder-Phänomen VW-Käfer und die Zeit der fünfziger und sechziger Jahre in Baunatal eingegangen.
Die Ansiedlung des VW-Werks hatte weitreichenden Einfluß auf die Verhältnisse in den umliegenden Dörfern -deren Entwicklung wird im letzten Abschnitt des Museums dargestellt. Wichtige Ereignisse waren in den sechziger Jahren der Zusammenschluß der Dörfer Altenbauna, Altenritte und Kirchbauna zur Gemeinde Baunatal im Jahr 1964 sowie die Stadtgründung am 1. Juli 1966.
Die Wandlung vom Dorf zur Stadt wird besonders offensichtlich in Altenbauna, dessen früheres Dorfbild mit Fachwerkhäusern fast völlig verschwunden ist. Baunatal entwickelte sich zur autogerechten, modernen Industriewohnsiedlung mit einem neugeschaffenen Zentrum. Um die Attraktivität der Stadt zu erhöhen, schuf man eine gute Infrastruktur mit Einkaufs-, Sport- und Freizeitmöglichkeiten. Alte Filmausschnitte aus den sechziger Jahren geben Einblicke in die damalige Zeit des Aufbruchs und Wandels. Bei Interesse kann im Museum auch ein Film über das heutige Baunatal vorgeführt werden.

Stadtmuseum
Baunatal Mühlenweg 4
34225 Baunatal

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Rathaus Marktplatz 14
34225 Baunatal Telefon (0561) 4992 -137 (Stadtarchiv)und (Museen) Telefon (0561) 4992-274
geöffnet: sonntags von 14 bis 16.30 Uhr und nach Vereinbarung

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